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Team Liechtenstein bereit für die Weltmeisterschaft

WM-COMEBACK FÜR LAMPERT, PIRCHER ZUM ZWEITEN MAL AM START

JESOLO –  Michael Lampert und Patrick Pircher vertreten ab kommender Woche Liechtensteins Farben an der WAKO-Kickbox-Weltmeisterschaft im italienischen Jesolo. Nach einer nicht immer einfachen Zeit mit nur wenigen Wettkämpfen aufgrund der Pandemie ist die Vorfreude auf den Grossanlass bei den beiden Kämpfern vom Chikudo Martials Arts dementsprechend gross.

Es ist der Höhepunkt für Michael Lampert und Patrick Pircher in diesem was Wettkämpfe angeht doch eher dürftigen Jahr. Am Samstag geht es für die beiden Kickboxer von Chikudo Martial Arts nämlich an die WAKO-Weltmeisterschaft an die Adria nach Jesolo (ITA). Dass es nur ein Duo und kein Trio ist, das Liechtensteins Farben auf der Bühne der weltbesten Kämpfer vertreten wird, liegt daran, dass eine Athletin verletzungsbedingt passen musste. «Jovana Prvulj wäre ebenfalls eine Kandidatin gewesen, sie fällt allerdings aufgrund einer erneuten Knieoperation aus und befindet sich aktuell noch im Aufbau», führt Michael Lampert aus.

LETZTE TEILNAHME VOR SECHS JAHREN

Für ihn ist die WM-Bühne dabei nichts neues. Und auch sonst konnte Lampert schon etliche Erfolge auf Weltcupstufe  feiern – darunter vier Weltcupsiege. Und dennoch wird das Kräftemessen in Italien speziell für den 31-Jährigen. Seine letzte WM-Teilnahme liegt nun schon eine ganze Weile zurück. 2015 war es, als Lampert in Dublin (IRL) letztmals WM-Luft schnuppern durfte. «Aufgrund von Verletzungen verpasste ich dann jeweils die Teilnahmen in den vergangenen Jahren», führt er aus. Sein Teamkollege Patrick Pircher ist da noch nicht ganz so erfahren. Vor zwei Jahren bei der bislang letzten WM in Sarajevo (BIH) – jene 2020 wurde aufgrund der Pandemie abgesagt – feierte der 27-Jährige seine Premiere.

Vor Ort in Jesolo werden Lampert und Pircher derweil von einem äusserst erfahrenen Trainer im Kickboxsport betreut. Nämlich vom langjährige Chef-Bundestrainer der Deutschen Nationalmannschaft, Kai Becker aus Deggendorf. «Becker ist schon sehr lange im Kickboxsport tätig und trainiert derzeit einige aktuelle und ehemalige Welt- und Europameister in seinem Verein. Da er Anfang des Jahres aus seiner Position ausschied, konnten wir ihn überhaupt erst für uns gewinnen», so Lampert, der vergangene Woche als finale Vorbereitung noch ein Trainingslager mit der deutschen Nationalmannschaft bei Becker absolvierte.

Apropos Vorbereitung: Die war sowohl für Lampert wie auch für Pircher etwas anders als sonst. Sie bestand, da der Grossteil der internationalen Wettkämpfe aufgrund der Coronapandemie abgesagt wurden, nämlich vornehmlich aus Training. Da der WAKO-Weltverband aber relativ früh versichert hat, dass die WM definitv stattfinden werde, habe man das Ziel vor Augen gehabt. «Klar, die Turniere, um die eigene Leistung im internationalen Vergleich zu testen, hat gefehlt. Auch war es aufgrund der diversen Regeln oft mühsam und wir konnten nicht ideal trainieren. Die Zeit konnten wir aber nutzen, um uns in anderen Bereichen zu verbesseren – ohne ganzen Wettkampfstress.»

AUCH DAS LOSGLÜCK IST ENTSCHEIDEND

Ganz ohne Wettkampfpraxis geht es für die beiden FL-Athleten allerdings nicht nach Italien. Erstmals nach fast 1,5 Jahren massen sich Lampert und Pircher vor gut einem Monat nämlich wieder auf Weltcupstufe. «Es war ein wichtiger Test, um zu sehen, was noch zu tun ist», so Lampert der anfügt, dass die Vorfreude auf den Grossanlass riesig ist. Das auch deshalb, weil trotz Corona-Pandemie und aufwendigen Schutzmassnahmen – das Konzept ist angelehnt an jenes der Olympischen Spiele – ein grosses Teilnehmerfeld im kleinen Örtchen an der Adriaküste vertreten sein wird.

Nach der Anreise am Samstag steht für die beiden am gleichen Tag noch das Wiegen auf dem Programm. Am Sonntag findet dann die Auslosung statt und am Montag oder Dienstag dann der erste Kampf. Pricher wird dabei in den Disziplinen Light Contact und Kick Light (–74 kg) an den Start gehen, Lampert misst sich im Light Contact (–84 kg) mit der Konkurrenz.

Eine konkrete Zielsetzung haben die beiden Chikudo-Kämpfer an der Weltmeisterschaft nicht, was aber auch daran liegt, dass eine Einschätzung der Konkurrenz aufgrund der Wettkampfpause äusserst schwierig ist. «Man weiss nicht genau, was auf einem zukommt», meint Lampert. Aber sowohl er und auch Teamkollege Pircher seien topfit. «Wir müssen auf die eigenen Stärken vertrauen». Und mit etwas Losglück könne es für die Top-5 oder gar für Medaillenränge reichen.

Text: Manuel Moser / Volksblatt